Gesund und glücklich im Nachtdienst – meine wichtigsten Erkenntnisse

Nachtarbeit gehört zu den grössten Herausforderungen, die ich in meinem Leben erlebt habe. Es gab Nächte, in denen ich nur noch funktioniert habe: durchhalten, Kaffee trinken, weitermachen. Körperlich müde, innerlich oft leer.

Und doch habe ich gerade in dieser Zeit viel über mich selbst gelernt. Über meine Grenzen, meine Kraft – und darüber, was mir wirklich wichtig ist.

Heute weiss ich: Nachtarbeit muss nicht nur ein Kampf sein. Sie kann auch eine Chance werden. Eine Chance, neue Routinen zu entwickeln, bewusster mit sich umzugehen und sich selbst besser kennenzulernen. In diesem Artikel teile ich drei Erkenntnisse, die für mich entscheidend waren.

Es gab Nächte, in denen ich mich gefragt habe, warum ich mir das alles antue. Die Müdigkeit war erdrückend, die Einsamkeit spürbar. Doch irgendwann wurde mir klar: Ich kann an dieser Situation wachsen.

Nachtarbeit hat mich gezwungen, neue Stärken in mir zu entdecken. Ich habe Durchhaltevermögen entwickelt, ein besseres Gespür für meine eigenen Grenzen und ein neues Bewusstsein für Selbstfürsorge. Das war nicht immer leicht – aber wichtig.

Ich habe gelernt, nicht nur das Schwierige zu sehen, sondern auch bewusst nach dem Positiven zu suchen: kleine Momente der Ruhe, besondere Begegnungen, das Gefühl, mit meiner Arbeit etwas Sinnvolles zu leisten.

Diese Haltung hat meine Sicht verändert. Nachtarbeit war nicht mehr nur etwas, das ich überstehen musste, sondern ein Teil meines Lebens, an dem ich mich weiterentwickeln konnte.

Mein Impuls für dich:

Schreibe dir drei Dinge auf, die du durch deine Nachtarbeit gelernt hast. Vielleicht ist es Geduld, vielleicht Stärke oder ein neuer Blick auf dich selbst. Diese Liste kann dir an schweren Tagen Halt geben.

2. Die eigene innere Uhr verstehen

Schlafen nach einer Nachtschicht war für mich anfangs fast unmöglich. Ich lag oft stundenlang im Bett, ohne wirklich zur Ruhe zu kommen. Mein Körper war erschöpft, aber mein Kopf blieb wach. Erst als ich begann, mich ernsthaft mit meiner inneren Uhr zu beschäftigen, veränderte sich etwas.

Unser Körper folgt einem natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Nachtarbeit bringt diesen Rhythmus durcheinander, aber er verschwindet nicht. Wir können lernen, mit ihm zu arbeiten statt gegen ihn. Für mich war es ein wichtiger Schritt zu erkennen, dass ich eher ein Morgenmensch bin – eine sogenannte „Lerche“.

Diese Erkenntnis half mir, meine Nachtdienste bewusster zu gestalten: feste Einschlafrituale, ein konsequent abgedunkeltes Schlafzimmer und vor allem der Verzicht auf den Anspruch, sofort einschlafen zu müssen. Ich habe akzeptiert, dass mein Körper Zeit braucht.

Heute weiss ich: Guter Schlaf ist kein Luxus, sondern meine wichtigste Ressource. Wenn ich meinem Schlaf Priorität gebe, bin ich nicht nur leistungsfähiger, sondern emotional stabiler und insgesamt zufriedener.

Mein Impuls für dich:

Beobachte eine Woche lang, wann du dich wach und wann du dich müde fühlst. Gibt es Muster? Bist du eher eine „Lerche“ oder eine „Eule“? Dein persönlicher Rhythmus ist ein zentraler Schlüssel zu mehr Energie im Nachtdienst.

3. Dankbarkeit als Kraftquelle nutzen

Es gab Phasen, in denen ich einfach nur erschöpft war. Müde vom Schichtdienst, genervt von meinem veränderten Rhythmus und überfordert vom Alltag. In diesen Zeiten sah ich vor allem das, was nicht funktionierte.

Irgendwann begann ich, Dankbarkeit bewusst zu üben. Anfangs fühlte sich das ungewohnt an, fast künstlich. Doch mit der Zeit veränderte es meinen Blick. 

Heute schreibe ich mir regelmässig drei Dinge auf, für die ich dankbar bin. Manchmal sind es kleine Dinge: ein ruhiger Moment am Fenster, ein freundliches Wort einer Kollegin. Manchmal sind es grössere Erlebnisse, wie eine gut gemeisterte Nachtschicht.

Dankbarkeit macht die Herausforderungen nicht kleiner, aber sie verändert meine Haltung. Sie hilft mir, auch in schwierigen Nächten das Gute wahrzunehmen und innerlich ruhiger zu bleiben.

Mein Impuls für dich:

Starte heute ein kleines Dankbarkeitsritual. Drei Worte oder Sätze pro Tag reichen. Du wirst überrascht sein, wie sich dein Blick auf deinen Alltag im Nachtdienst verändert.

Fazit: Dein Weg durch die Nachtarbeit

Nachtarbeit ist und bleibt eine Herausforderung. Aber sie muss dich nicht erschöpfen oder auslaugen. Sie kann dich auch stärken – wenn du lernst, deine innere Uhr zu respektieren, deine Erfahrungen als Entwicklungschance zu sehen und den Blick bewusst auf das Positive zu richten.

Ich habe meine Balance nicht von heute auf morgen gefunden. Es waren viele kleine Schritte, die mein Leben im Nachtdienst leichter gemacht haben. Genau diese Schritte teile ich heute weiter.

Vielleicht erkennst du dich in diesen Zeilen wieder. Dann möchte ich dich ermutigen: Fang klein an. Nimm deinen Schlaf ernst. Erkenne deine Stärken. Und erlaube dir, dankbar für das zu sein, was schon da ist.


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